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Traumjob: Influencer?

FIT STAR FITNESSBLOG I Thema: Lifestyle

 

Sophia: 122.000 Follower auf Instagram

Julian: 53.000 Abonnenten auf YouTube

 

Unsere FIT STAR ATHLETES Sophia Skye und Julian Franklin sind durch ihre vielen Fans auf Instagram und YouTube Influencer. So werden besonders reichweitenstarke Personen auf Social Media Plattformen genannt, die durch ihre Inhalte als digitale Meinungsführer fungieren und oftmals als Vorbild angesehen werden. Wir haben mit den beiden über das Influencer Business, mit allem was dazu gehört, gesprochen.

Vor kurzem ist FIT STAR ATHLETE Sophia über Heidis Catwalk bei 'Germanys Next Topmodel 2019' gelaufen. Immer an ihrer Seite: Ihr Freund und ebenfalls FIT STAR ATHLETE Julian. Die erste Folge der Show wurde am 07. Februar ausgestrahlt und viele von Sophias 122.000 Instagramfollowern haben ihren 'Walk' auf den Fernsehbildschirmen verfolgt. Denn Sophia ist keine Unbekannte – ebenso wenig wie Julian, seinem YouTube-Kanal folgen über 53.000 Menschen. Täglich berichtet er seiner Community, was in seinem Leben so passiert, was ihn beschäftigt. Er nimmt die Leute mit auf seine Reisen, wenn er Urlaub macht und gibt auch Einblicke in banale Dinge wie zum Beispiel, was er isst oder wie er trainert. Bei Sophia ist das ähnlich, in ihrer Instagram Story teilt sie ihren Followern auch Privates mit: "In den Storys bin ich total ungeplant, also sehr 'real', wie ich halt bin. Meine Postings hingegen strukturiere ich schon sehr genau, das ist auch notwendig, vor allem meine Kooperationen plane ich oft ein paar Monate im Voraus", verrät Sophia.

Bis zu acht Stunden am Tag verbringen Influencer auf der App Instagram und kommunizieren dabei ständig: Sie uploaden Bilder, liken neues, interagieren mit ihrer Community. Diese folgt den Influencern, weil ihre Meinung interessiert, sie nahbar sind und die Follower sich mit ihnen identifizieren können. Auch die Follower von Sophia und Julian sind an dem interessiert, was die beiden den ganzen Tag so erleben. Das war natürlich nicht immer so, noch vor zwei Jahren kannte sie niemand im Social Media Universum.

 

Der Startschuss

„Wir wollten das alles einfach mal ausprobieren – wie es ist, täglich zu posten, Stories zu machen und das eigene Leben so öffentlich zu teilen“, erzählt Sophia, „und das kam auch ganz gut an“. Zu dieser Zeit reisen die beiden gerade durch Australien. Vor über drei Jahren haben sie sich ineinander verliebt, da hat Sophia gerade ihr Abi gemacht. Nach dem Abschluss haben sie dann ihre Koffer gepackt und sind losgezogen: von Australien, wo sie auf einer Farm gearbeitet haben, über Abu Dhabi, Thailand und Bali bis nach Malaysia. Immer dabei: die Handykamera. „Da haben wir noch gar nicht so viel Fitnesscontent gepostet“, erinnert sich Sophia. Und das, obwohl sie täglich im Gym waren. Doch unter der thailändischen Sonne im Outdoor-Fitnessstudio war das Training nicht so „instagramable“, sagt Sophia und lacht laut los.

Zurück in Deutschland haben die beiden weiterhin zusammen Sport gemacht und irgendwann dann auch von ihren täglichen Fitnessstudiobesuchen gepostet. Das ist bis heute so und interessiert viele Menschen: Sophias Instagramaccount @sophiasky_ folgen über 122.000 Personen und Julian bringt es auf seinem YouTube-Kanal 'The Franklin' auf über 53.000 Abonnenten – einige seiner Videos wurden 500.000 bis 800.000 mal aufgerufen. Das sind mehr Zuschauer, als bei so manchen Programmen auf großen deutschen Fernsehsendern. Das hätte er niemals gedacht, als er 2017 seinen Kanal gestartet hat. „Das erste halbe Jahr ging sehr schleppend“, erinnert sich Julian.

Dann wollte er eine 10.000 Kalorien-Challenge machen, das hatte er schon bei anderen gesehen, doch eines hat ihn abgeschreckt: „mich so mit Essen vollzustopfen, während woanders Leute verhungern“. Daher hat er den Entschluss gefasst, wenn er die Challenge macht, dann spendet er auch etwas. Die 110 € hat Julian aus eigener Tasche gezahlt. Das kam gut an und schon beim Video seiner zweiten Challenge gingen die Zuschauerzahlen durch die Decke. Dieses Konzept hat er beibehalten und mittlerweile spenden auch die Follower, wenn er seine Herausforderungen packt. „Das ist so cool, ich will meine Reichweite einfach für etwas Gutes nutzen und die Menschen motivieren, etwas Positives zu tun! Man muss sich bewusst sein, dass man als Influencer eine Vorbildfunktion hat“, erklärt Julian. Und weiter: „Das was ich sage, machen die Leute teilweise wirklich.“

 

Influencer sind digitale Meinungsführer

Das dem so ist, wurde in mehreren Studien auch wissenschaftlich bewiesen. Durch die Inhalte, die sie posten, die Art, wie sie kommunizieren, und das Wissen, das Influencer in einem speziellen Bereich haben, fungieren sie als digitale Meinungsführer. Als solche üben sie kompetenten und emotionalen Einfluss auf die Einstellungen Anderer aus. Ihre Ansichten werden geschätzt und die Community vertraut auf die Empfehlungen des Influencers und kauft diese gerne nach. Schließlich kommuniziert der Influencer unabhängig vom Unternehmen und erzählt, wie ein guter Freund, von seinen Erfahrungen. Diese Glaubwürdigkeit überzeugt. „Deswegen ist es auch so unglaublich wichtig, sich selbst treu zu bleiben und keine – meist gutbezahlten – Angebote von unseriösen Firmen anzunehmen", sagt Sophia. Sie stellt ihren Followern nur Produkte vor, von denen sie auch selbst 100 % überzeugt ist. „Sonst würde ich meine Community veräppeln und mir ihr Vertrauen verspielen", erklärt sie. Beim Bewegtbild ist es ohnehin schwerer sich vor der Kamera zu verstellen. „Die Leute merken sehr schnell, wenn man da versucht jemand anderes zu sein oder etwas zu verkaufen, das man eigentlich gar nicht gut findet", erklärt Julian. Die Konsequenz daraus: Die Leute hören auf dieser Person zu folgen.

Das ist für Influencer fatal. Denn je mehr Follower oder Abonnenten ein Account hat, desto höher ist auch die Reichweite der einzelnen Beiträge. Die Reichweite, gekoppelt mit dem beschriebenen Einfluss auf die Follower hinsichtlich deren Kaufentscheidungen, macht die Influencer für Unternehmen – insbesondere bezüglich der Vermarktung ihrer Produkte – interessant. Dass dieses Konzept funktioniert zeigt der aktuelle Social-Media-Atlas 2017/18.1 So kauften 15 von 100 Internetnutzern innerhalb von 12 Monaten mindestens ein Produkt, weil es von einem Social Media Influencer empfohlen wurde. Auch umgekehrt sind bezahlte Kooperationen sind für Influencer essentiell, denn erst dadurch wird das Influencer sein zu einem Beruf, von dem sie leben können.

Julian und Sophia wählen ihre Kooperationspartner sehr sorgfältig aus. Doch mindestens genauso wichtig ist die Interaktion mit den Followern. „Ich stehe in ganz engem Kontakt mit meiner Community – ich beantworte so gut wie jede Anfrage, denn ich schätze es sehr, wenn sich jemand zehn oder zwanzig Minuten Zeit nimmt und mir eine Nachricht schreibt. Ich würde das gar nicht übers Herz bringen, das nur zu lesen und nicht zu antworten“, erklärt Sophia. Auch bei Julian ist es das Feedback seiner Abonnenten, das ihn antreibt: „Wenn ich die Leute motiviere und sie mir schreiben, dass ich mit meinem Video etwas Gutes in ihrem Leben bewirkt habe!"

 

Ein ganz normaler Tag

Um das zu erreichen, sind die Follower bei Julian immer mit dabei: Der Kaffee nach dem Aufstehen wird gefilmt, „anschließend begrüße ich die Leute auf meinem YouTube-Kanal und nehme sie quasi mit in den Tag“, beschreibt Julian. Beim Frühstücken bereitet er schon mal den nächsten Post vor. Dann fährt er in die Uni, natürlich dokumentiert er auch das. Während Julian in der Vorlesung sitzt, bleibt die Kamera aber im Auto. „Nach der Uni packe ich es meistens zu FIT STAR ins Fitnessstudio, das zeige ich auch im Vlog“, sagt Julian. Manchmal filmt er sein Training und meistens postet er im Studio ein Bild auf Instagram. Danach geht er vielleicht noch einkaufen und dann geht’s ab nach Hause zum Kochen. Er und Sophia probieren gerne neue, gesunde Rezepte aus und nicht selten wird dann auch das Kochen zur Fotosession. 

Natürlich ist nicht jeder Tag gleich: „Am nächsten Tag wird dann nicht gefilmt, sondern geschnitten – denn an so einem YouTube-Video schneide ich schon gerne mal so sechs bis acht Stunden“, erzählt Julian. Dennoch liebt er, was er tut.

 

Die Schattenseiten des Traum-Jobs

Für Sophia und Julian ist es ein Traum-Job Influencer zu sein. Man ist örtlich flexibel, reist und erlebt viel, hält alles mit der Kamera fest und arbeitet bestenfalls mit coolen Marken zusammen. Und auch die Follower sind wie „Online-Freunde", sagt Sophia, „Wir unterstützen uns gegenseitig: Ich versuche sie zu motivieren, zu unterhalten und ihnen Mehrwert zu bieten und umgekehrt schreiben auch sie mir Nachrichten und bauen mich auf, wenn es mir mal schlecht geht". Generell ist der Arbeitsalltag etwas entspannter, man muss nicht in einer Firma oder einem Büro acht Stunden anwesend sein. Dafür wird von Influencern erwartet immer präsent zu sein – auch am Wochenende laden Sophia und Julian Bilder hoch oder teilen sich in ihren Storys mit. „Es ist halt kein klassischer 'nine-to-five Job', sondern man hat da schon immer den Druck oder das Gefühl Content produzieren zu müssen und die Follower zu unterhalten. Auch, wenn wir uns nur mal einen entspannten Abend zu Hause machen", beschreibt Sophia. Dabei verschwimmen die Grenzen von privat und Arbeit enorm. 

Außerdem findet natürlich nicht jeder gut, was man macht. „Manche machen sich lustig darüber – letztens meinte jemand zu mir: 'Ihr seid doch diese Influencer – darf ich Euch Infis nennen?' Solche Kommentare kommen oft von Menschen die eifersüchtig sind oder gar nicht verstehen, wie viel Arbeit da dahintersteckt", erzählt Julian. Damit eine Kooperation beispielsweise zustande kommt, muss man zuerst einmal mit dem Unternehmen in Kontakt treten, dann folgen oftmals viele Mails mit Absprachen zur eigenen Idee, bis man diese dann umsetzt und das Foto macht / Video filmt, welches man nachher oftmals zeitaufwändig bearbeiten oder schneiden muss.

Auch böse Kommentare sind eine Schattenseite des Influencer-Business. „Durch meine Teilnahme bei GNTM habe ich auf YouTube viel Hate bekommen – die Show polarisiert natürlich, das war mir vorher schon bewusst. Trotzdem muss man damit erst einmal klarkommen", erzählt Sophia. Befreundete Influencer haben sich solche Hasskommentare sehr zu Herzen genommen und irgendwann dann aufgehört öffentlich zu posten. Das kann einen schnell runterziehen. Sobald man sich online präsentiert und quasi eine Person des öffentlichen Lebens ist, „meinen manche Menschen sie können Dir ihre persönliche Meinung reindrücken – ohne Rücksicht auf Verluste und ob Dich das verletzt, ist auch egal. Das ist sehr schade!", sagt Sophia.

Trotzdem ist Social Media und Instagram ihre Leidenschaft und sie brennt wie Julian dafür, spannende Erlebnisse mit ihren Followern zu teilen, sich immer wieder neu zu erfinden und neue Reize zu setzen.

 

Willst Du noch mehr über Sophia und Julian erfahren oder noch weitere FIT STAR ATHLETES entdecken, dann schau auf unserer Website www.fitstarathletes.de vorbei.

 

 

 


1 Der Social Media Atlas 2017/18 ist eine repräsentative Umfrage unter 3.500 Internet-Nutzern ab 14 Jahren in Deutschland im vierten Quartal 2017 und wird von der Beratungsgesellschaft Faktenkontor, dem Marktforscher Toluna sowie dem Institut für Management- und Wirtschaftsforschung herausgegeben.

 

 

 

Quellen:

Grabs, A., Bannour, K.-P. & Vogl, E. (2017). Follow me! Erfolgreiches Social Media Marketing mit Facebook, Twitter und Co. (4. Aufl.). Bonn: Rheinwerk.

Heintze, R. (2018). Social Media Marketing: Mehr Umsatz durch Influencer.Verfügbar über: www.faktenkontor.de/pressemeldungen/social-media-marketing-mehr-umsatz-durch-influencer/ [18.02.19]

InReach (2017). Influencer Marketing Leitfaden. Verfügbar über: inreach.de/leitfaden-influencer-marketing/ [17.02.19]

Interview mit Sophia Skye am 13. Februar 2019

Interview mit Julian Franklin am 14. Februar 2019

Reinartz, J. (2015). Darum sollten Unternehmen 2015 auf Instagram setzen.Verfügbar unter: www.webmatch.de/blog/darum-sollten-unternehmen-2015-auf-instagram-setzen/ [18.02.19]

Uzunoglu, E. & Misci Kip, S. (2014). Brand communication through digital influencers: Lever-aging blogger engagement. International Journal of Information Management, 34, 592-602.